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campanula:pelviformis

pelviformis

Campanula pelviformis

Nomenclatuur

Lam., Encycl. I:586 (1783); A. DC., Monogr. Camp. 223(1830); Phit., Ber.Deutsch.Bot.Ges. 77:51(1964). Synonym:

* Campanula pelviformis ssp. micrantha DC., Monogr. Camp.224(1830); * Campanula corymbosa Desf., Choix de plantes p.40, t.30(1808).1)2)

Herbarium

Gesehene Herbarexemplare: Ins. Creta: Prov. Lasithi: in rupestribus m. Lazari (Lassiti) (Baldacci 335, W/Ha.). Prope Merabello (Heldreich 1424, W/Hal.). In umbrosis ad rivas Prokokephali (Heldreich, G,W). In umbrosis pr. Sitia (Heldreich 14242,G). Neapolis auf Schiefer (Leonis,W). Mirabello, Neapolis (Gandoger 1939, 1939a,G). Kritsa, in umbrosis saxosis (Gandoger,G). In saxosis calc. umbrosis ad Maronia (K.H.Rechinger 12686, W). Monte Aphendi Kavusi, in fissuris rupium calc. inter Schinokapsala et Orinon (K.H.Rechinger 13160, W). In glareosis calc. alvei fluvii Stomios prope Latsida (K.H.Rechinger 14462,W). In saxosis schist. montium Orna prope Muliana (K.H.Rechinger 12996,W). In fissuris rupium calc. faucium prope Guduras litus australe versus (K.H.Rechinger 14866,W). Ad viam 7km ab urbe Hagios Nikolaos ad occidentem versus (Phitos 762, 769, 770,M). - Prov. Hirakleion: M. Juchta prope Candia (Sieber, Typus Campanula pelviformis ssp. micranthae DC., G,W). Krusona (Gandoger 11479,G). Pyrgiotissa, Sudabhang des Ida (Dorfler 374, W/Hal.).3)

Phylogenetische Zusammenhange

Phylogenetische Zusammenhange innerhalb der quinquelokularen Campanula-Arten

B-Gruppe
Die B-Gruppe umfasst diejenigen quinquelokularen Campanula-Arten, die im Gegensatz zu den Arten der A-Gruppe meist aufrechte Stengel besitzen. Sie bilden gewohnlich eine gabelig verzweigte rubenformige Wurzel aus und wachsen meist auf steinigen Boden; nur sehr selten (Campanula carpatha var. oreophila und zuweilen auch Campanula pelviformis) gehen sie auf Felsen uber. Die Arten dieser Gruppe besiedeln fast ganz Kleinasien und erreichen noch die ostlichen agaischen Inseln und Rhodos sowie die sudagaische Provinz. Bei genauer vergleichender Betrachtung kann man diese Arten auf zwei Untergruppen verteilen. Die erste Untergruppe umfasst die Arten Campanula lyrata, Campanula betonicaefolia, Campanula hagielia, Campanula sporadum und Campanula iconia; ihr Areal fallt fast mit dem Areal der weitverbreiteten und nahe miteinander verwandten Arten Campanula lyrata und Campanula hagielia, namlich Kleinasien und den ostlichen agaischen Inseln, zusammen. Die westliche Verbreitungsgrenze wird genau durch die ostlich-agaische Grenze der europaischen Flora (Flora Europaea I, 1964) gebildet. Die zweite Untergruppe umfasst die Arten Campanula pelviformis, Campanula tubulosa, Campanula carpatha und vielleicht Campanula medium. Die ersten drei Arten, deren enge Verwandtschaft sehr deutlich ist, sind ausschliesslich in der Sudagais verbreitet. Campanula medium zeigt einige Ahnlichkeiten mit Campanula pelviformis, z.B. in ihrer campanulaten Corolle und in den langlich-ovalen Grundblattern. Wir ordnen Campanula medium vorlaufig in dieser Untergruppe ein, obwohl die Beobachtungen von Briquet (1930) bezuglich des Auftretens drei- und funfzahliger Fruchtknoten ('Dans les limites des nos observations, les fleurs d'un meme individu sont toutes a gynecee pentamere ou a gynecee trimere“) noch einige Fragen bezuglich ihrer systematischen Stellung offenlassen.4)

Phitos 4 - Abb.1. page 490 - Arealabgrenzung der Gruppen der quinquelokuaren Campanula-Arten.

Habitus

Bluten funfnarbig und quinquelokular, mit Kelchanhangseln. Spreiten der Grundblatter eiformig bis langlich, ungeteilt, ihre Stiele ganzrandig oder selten ganz schwach gelappt. Spreite der Grundblatter ungeteilt, Blutenkrone gross, breitglockig, ca. 3cm. lang und ca. 2cm. breit.

Ist durch die grossen Bluten mit deutlich campanulater Korolle ausgezeichnet, deren Lange und grosste Breite allerdings auch innerhalb einer Population gewissen Schwankungen unterworfen sit. 5)
Herba biennis vel perennis, molliter hirsutula, caule e radice crassa, fusiformi, dichotoma elato, 30-45(-50)cm longo, erecti-adscendenti, subdichotome ramoso, ca. corymboso.

Erwahnt sei aber eine gewisse morphologische Ahnlichkeit zwischen Campanula medium und Campanula pelviformis, z.B. in der Form der Krone und teilweise auch der Grundblatter. Typus: Tournefort (P, non vidi). Aus der spindelformigen und dichotom verzweigten Wurzel entspringt ein kraftiger, aufrechter Stengel, dessen oberer Teil subdichotom und fast trugdoldig verzweigt ist. Campanula pelviformis ist deutlich verwandt mit Campanula tubulosa. Dagegen zeigt sie keine nahere Verwandschaft zu der dritten kretischen Art, Campanula saxatilis. Die Art stellt fast dieselben okologischen Anspruche wie Campanula pelviformis.6)

7)

Leaves

Folia molliter hirsuta, pallide viridia, basalia ovata vel ovati-oblonga, acuta, denticulati-serrata, in petiolis longis, integris angustata; folia caulina inferiora basalibus similia sed monora, petiolata, superiora sessilia. Die Grundblatter sind relativ gross, eiformig bis eiformig-langlich, weich, hellgrun und deutlich sagezahnig.8)

Flowers

Flower measuring, between 25 - 40mm (1 - 1 1/2 inch.)9)

Flores magni, terminales et axillares, erecti, breviter padicellati. Calyx setosus. Sepala late ovati-lanceolata, acuminata, corollae tubo dimidio subaequilonga; appendices ovati-rotundatae, receptaculum plene tegentes. Corolla ample tubulosi-campanulata vel in medio ventricosi-inflata, pallide violacea, undique sed ad nervos longius pubescentia, tubo ca. 3cm longo et in medio ca. (2-2,5)cm lato, lobis late ovatis, semipatentibus. Stigmata 5. Insbesondere aber ist diese Art gekennzeichnet durch ihre grossen Bluten, die, wie schon erwahnt, eine mehr oder weniger trugdoldige Infloreszenz bilden. Die krone ist deutlich glockenformig, gewohnlich etwas aufgeblasen und von hellvioletter Farbe.10)

Chromosomes

Pflanzen, die in der Natur gesammelt und im Botanischen Garten Munchen kultiviert wurden, heben wir zytologisch untersucht. Sie haben alle 2n = 34 Chromosomen (Abb.2d)11)

Abb.2.Metaphasenplatten aus Wurzelspitzen der behandelten Campanula-Arten: a. C.carpatha Hal., b. C.laciniata L., c. C.saxatilis L., d. C.pelviformis Lam., e. C.tubulosa Lam. D.Phitos: Beitrage zur Kenntnis der sudagaischen Campanula-Arten, P.51.

Phitos 4 - Tabelle 1 pag. 488.
Phitos 4 - Tabelle 1 Fortsetzung pag. 489.

Fruit

Species actually grown or used for breeding 12)
Ovarium 5-loculare.

Varieties

* Campanula pelviformis var. micrantha A.DC., Monogr. Campan. 225 (1830), synonum:

  • - Campanula pelviformis;
  • - Campanula corymbosa Desf., Choix de plantes, p.40, t.30 (1808).13)

Origin

Hab. in ins. Creta media et orientale: in collibus saxosis et frutectosis. Campanula pelviformis ist im ostlichen Teil der Insel Kreta verbreitet (vgl. Phitos, 1964). Sie ist mehr oder weniger kalkliebend und wachst gerne auf Felsen und an buschigen Abhangen. Campanula tubulosa ist auf der westlichen Halfte der Insel Kreta verbreitet (vgl. Phitos 1964a). Etwa in der Mitte der Insel, bei Herakleion, uberschneidet sich ihr Areal mit dem von Campanula pelviformis. Hier findet man auch intermediare Formen zwischen diesen beiden Arten. Campanula carpatha ist endemisch auf der Insel Karpathos. Sie bildet zusammen mit Campanula pelviformis und Campanula tubulosa, mit denen sie eng verwandt ist, eine zusammengehorige Gruppe in der sudlichen Agais (Phitos 1964a).14)

Die auf Kreta endemische Art scheint uns auf die ostliche Halfte der Insel beschrankt zu sein, obwohl sie Cousturier und Gandoger (1916) und Gandoger (1917) auch aus dem sudwestlichen Teil der Insel angeben; Belege dafur haben wir bisher nicht gesehen15)

Abb.1. Verbreitung der behandelten Campanula-Arten. C.pelviformis Lam, C.tubulosa Lam., C.saxatilis L., C.carpatha Hal., C.laciniata L., C.spec. (verwandt mit C.saxatilis L.) Die gestrichelte Linie gibt die Grenzen des sudagaischen Gebietes nach Rechinger an.

Campanula tubulosa wurde auch von der Insel Kythera angegeben (Rechinger 1943); die dieser Angabe zugrunde liegenden Exemplare gehoren jedoch zum Formenkreis der Campanula saxatilis L. (vgl. dort). Auch die Angabe von Karpathos (Hayek 1930) beruht wohl auf einer Missidentifikation der auf Karpathos endemischen Campanula carpatha Hal., mit unserer Art. Ein Vorkommen auf Rhodos, von wo einige unvollstandige Herbarexemplare vorliegen, sollte durch neuere Audsammlungen bestatigt werden. Vorlaufig durfte Campanula tubulosa als eine auf Kreta endemische Art betrachtet werden, die in der westlichen Halfte der Insel bis Herakleion verbreitet ist. In dem Gebiet bei Herakleion uberschneidet sich offensichtlich ihr Areal mit dem der Campanula pelviformis Lam. Das ist wohl der Grund fur das gelegentliche Auftreten von intermediaren Formen in diesem Gebiet, die zumindest im Herbar nicht ganz sicher bestimmbar sind.

Diskussion. Die hier behandelten Arten der sudagaischen Inseln Kreta, Karpathos und Kythera bilden (mit Ausnahme der Campanula laciniata, die morphologisch etwas isoliert steht) eine zusammengehorige Gruppe, die durch die eiformigen bis lanzettlichen Grundblattspreiten mit ganzrandigen oder hochstens ganz schwach lappigen Blattstielen ausgezeichnet ist. An das typisch sudagaische Areal dieser Gruppe schliesst sich nach Norden hin das Areal der Campanula andrewsii-Gruppe an, deren Sippen herzformige Spreiten und stark gelappte Blattstiele besitzen. Es ist bemerkenswert, dass das Areal der hier ebsprochenen Campanula-Gruppe genau mit dem Gebiet zusammenfallt, das Rechinger (1950) auf Grund seiner Studien an der gesamtagaischen Flora als “sudagaisches Gebiet” ausgegliedert hat. So besiedeln die Insel Kreta drei endemische Arten, namlich Campanula pelviformis Lam., Campanula tubulosa Lam. und Campanual saxatilis L., wahrend Karpathos von der mit Campanula tubulosa nahe verwandten Campanula carpatha Hal. und due Insel Kythera von einer mit Campanula saxatilis eng verwandten Sippe besiedelt wird. Nur die von Rechinger ebenfalls zum sudagaischen Gebiet gezahlte Insel Rhodos zeigt mit ihrer Campanula hagielia Boiss. engere Beziehungen zum ostagaischen Gebiet. Die Verbreitung unserer Campanula-Arten auf den erwahnten Inseln mit ihrer Tendenz zur Ausbildung vikariierender Sippen beweist erneut die engen floristischen Verbindungen dieser Iseln untereinander. So zeigt auch die Campanula-Verbreitung, dass das sudagaische Gebiet trotz seiner verbindenden Lage zwischen den umgebenden Bereichen (Rechinger 1950) einen recht eigenen Florencharakter bewahrt hat 16)

Phitos 4 - Abb.3 page 493. Verbreitung der Campanula-Arten: Photographer: Herman Berteler.

1) , 5) , 11) , 13) , 15) , 16)
:ref:dphitos02
2) , 3) , 4) , 6) , 7) , 8) , 10) , 14)
:ref:dphitos04
9)
:ref:alpinaresearch02
12)
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campanula/pelviformis.txt · Laatst gewijzigd: 2013/06/07 14:06 (Externe bewerking)