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campanula:merxmuelleri

merxmuelleri

Campanula merxmuelleri

Nomenclatuur

Phitos, spec. nov. (Diese Art ist Herrn Prof. Dr. H. Merxmuller gewidmet, mit dessen Unterstutzung die Bearbeitung der agaischen Campanulae durchgefuhrt wird.) Sect. Medium Boiss., Subsect. Quinqueloculares Boiss.
Typus: PHITOS No. 760 (M).
Gesehene Herbarexemplare: Ins. Scyros: Hagios Artemios (B. TUNTA No. 574, W/Hal.). In fissuris rupium calc. declivium borealium montis Cochilas ad Hagios Artemios, cr. 400m. (PHITOS No. 760, M)1)
Phitos, Mitt.Bot. Munchen 5: 121 (1963). Campanula merxmuelleri gehort auf Grund ihrer eigenartig geformten Grundblatter zu den morphologisch starker isolerten Arten, die unter den agaischen Quinqueloculares eine Ausnahme bilden. Die meisten quinquelokularen Arten der Westagais stehen sich morphologisch sehr nahe und sind durch lobate bis lyrate Grundblatter ausgezeichnet, die mit Ausnahme von Campanula reiseri stark behaart sind. Bei Campanula merxmuelleri sind demgegenuber die Grundblatter kahl, lederig, mit einfachem Blattstiel und elliptisch-spatelformiger Spreite, deren Rand ganz oder nur in der oberen Halfte einfach gezahnt ist.2)

Herbarium

Gesehene Herbarexemplare: Ins. Scyros: Hagios Artemios (B.Tuntas 574, W/Hal.). In fissuris rupium calc. declivium borealium montis Cochilas ad Hagios Artemios, cr. 400m (Phitos 760,M).3)

Phylogenetische Zusammenhange

Phylogenetische Zusammenhange innerhalb der quinquelokularen Campanula-Arten

A-Gruppe
Zu dieser Gruppe gehoren die folgenden quinquelokularen Arten: Campanula andrewsii, Campanula topaliana, Campanula lavrensis, Campanula goulimyi, Campanula euboica, Campanula celsii, Campanula anchusiflora, Campanula merxmuelleri, Campanula reiseri und Campanula rechingeri; jedoch sind ihr als naturliche Einheit auch noch die trilokularen Sippen der Campanula rupestris-Gruppe (Phitos, 1964b), namlich Campanula rupestris, Campanula cymaea, Campanula sciathia, Campanula constantinii, Campanula scopelia und Campanula thessala zuzurechnen. Diese trilokularen Arten bilden mit den oben angefuhrten quinquelokularen Arten nicht nur eine morphologisch und habituell recht einheitliche Gruppe, sondern sie besiedeln auch ein gleiches Areal. Wie in der oben erwahnten Arbeit ausgefuhrt ist, sind alle diese Arten rupikole, meist monokarpische Pflanzen mit rosettig dem Fels anliegenden, leierformigen oder gelappten, selten unzerteilten Grundblattern und gebogenen, dem Fels anliegenden Stengeln. Sie besiedeln ein geographisch klar umgrenztes Gebiet, namlich den ganzen Peloponnes, das ostliche griechische Festland mit der Insel Euboa, die Sporaden und die Halbinsel Athos. Wie die Karte(1) zeigt, fallt die Ostgrenze mit der ostlichen Begrenzung des westlichen und nordlichen Teilgebietes der Agais nach Rechinger zusammen. Es ist sehr warscheinlich, dass auch noch einige Inseln der nordlichen Cycladen, so z.B. die Insel Kythnos, Sippen der erwahnten Gruppe besitzen; bisher ist dies aber noch nicht mit Sicherheit nachgewiesen. Ausserdem wird von der Insel Samothraki Campanula rupestris Sibth. et Sm. angegeben (Ade und Rechinger, 1938), wobei es sich sicherlich um eine Sippe aus dieser Gruppe handeln muss. Auf der Karte(2) kann man deutlich den vikariierenden Charakter dieser Arten bemerken. Fur die Arten dieser Gruppe gilt ganz besonders, was Rechinger (1947) ausfuhrt: “Immerhin ist Tendenz zu mosaikartiger Arealbildung fur diesen Formenkreis anzunehmen”. Das Thema des Vikariismus und des Endemismus dieser Sippen wird jedoch in einer eigenen Arbeit ausfuhrlicher behandelt werden.4)

Phitos 4 - Abb.1. page 490 - Arealabgrenzung der Gruppen der quinquelokuaren Campanula-Arten.

Habitus

Herba biennis vel perennis, glabra, caulibus numerosis, tenuibus, diffusis, simplicibus vel simpliciter racemosi-ramulosis, ramulis gracilibus, filiosis, unifloris.5)

Herba biennis vel perennis, glabra, caulibus numerosis, tenuibus, diffusis, simplicibus vel simplicter racemosi-ramulis gracilibus, filiosos, unifloris.6)
Typus: Phitos 760 (M).7)

Leaves

Folia basalia utrinque glabra, in plantis vivis nitida et coriacea, in speciminibus siccis rugosula, spathulata vel elliptici-spathulata, apice apiculata, in petiolum integrum gradatim angustata, ad 9cm. longa et ad 2,5cm. lata, lamina toto margine vel in parte apicali solum dentata, dentibus brevibus semierectis, acutis, margine parce et irregulariter ciliata; folia caulina inferiora subpetiolata, spathulata usque obovata, apice apiculata, serrat-dentata, superiora subrotundata vel elliptica, sessilia 8)

Campanula merxmuelleri: a) Ausseres Rosettenblatt, b) Inneres Rosettenblatt, c) Blute, (Naturliche Grosse) - Eine Neue Art der Gattung Campanula aus der Agais von D.Phitos, p.123, 1963.

Campanula merxmuelleri gehort auf Grund ihrer eigenartig geformten Grundblatter, ahnlich wie z.B. Campanula laciniata L., zu den morphologisch starker isolierten Arten, die unter den agaischen Quinqueloculares eine Ausnahme bilden. Die meisten quinquelokularen Arten der Westagai stehen sich morphologisch sehr nahe und sind durch lobate bis lyrate Grundblatter ausgezeichnet, die mit Ausnahme von Campanula reiseri var. leonis Hal. stark behaart sind. Bei Campanula merxmuelleri sind demgegenuber die Grundblatter kahl, lederig, mit einfachem Blattstiel und elliptisch-spatelformiger Spreite, deren Rand ganz oder nur in der oberen Halfte einfach gezahnt ist9)
Folia basalia utrinque glabra, in plantis vivis nitida et coriacea, in speciminibus siccis rugosula, spathulata vel elliptici-spathulata, apice apiculata, in petiolum integrum gradatim angustata, ad 9cm longa et ad 2,5cm lata, lamina toto margine vel in parte apicali solum dentata, dentibus brevibus semierectis, acutis, margine parce et irregulariter ciliata; folia caulina inferiora subpetiolata, spathulata usque obovata, apice apiculata, serrati-dentata, superiora subrotundata vel elliptica, sessilia. Die meisten quinquelokularen Arten der Westagais stehen sich morphologisch sehr nahe und sind durch lobate bis lyrate Grundblatter ausgezeichnet, die mit Ausnahme von Campanula reiseri stark behaart sind. Bei Campanula merxmuelleri sind demgegenuber die Grundblatter kahl, lederig, mit einfachem Blattstiel und elliptisch-spatelformiger Spreite, deren Rand ganz oder nur in der oberen Halfte einfach gezahnt ist.10)
11)

Flowers

Flores terminales et axillares, solitarii pedicellati, in ramulis bracteatis, gracilibus, subunilateraliter dispositi. Sepala triangularia, leviter pubescentia, corollae tubo dimidio breviora; appendices oblongi-ellipticae vel oblongi-ovatae, pubescentes, ovario aequilongae vel sensim longiores; receptaculum subrotundatum, pubescens. Corolla tubulosa, extus puberula, pallide lilacina, tubo ca. 14mm. longo, ca. 5mm. diametro, lobis elliptici-ovatis, semi-erectis. Stigmata 5.

Flores terminales et axillares, solitarii pedicellati, in ramulis bracteatis, gracilibus, subunilateraliter dispositi. Sepala triangularia, leviter pubescentia, corollae tubo dimidio breviora; appendices oblongi-ellipticae vel oblongi-ovatae, pubescentes, ovario aequilongae vel sensim longiores; receptaculum subrotundatum, pubescens. Corolla tubulosa, extus puberula, pallide lilacina, tubo ca. 14mm longo, ca. 5mm diametro, lobis elliptici-ovatis, semi-elliptica, 0,7-1mm longa, brunnea.12)

Chromosomes

Die Chromosomenzahl betragt 2n = 34. Das Karyogramm stimmt mit denen der bisher untersuchten Sippen der Quinqueloculares so weitgehend uberein, dass man annehmen darf, dass trotz der morphologischen Eigenstandigkeit ein phylogenetischer Zusammenhang mit diesen bestehtFur die zytologische Untersuchung wurden Pflanzen vom13)

Phitos 4 - Tabelle 1 pag. 488.
Phitos 4 - Tabelle 1 Fortsetzung pag. 489.

Fruit

Ovarium 5-loculare. Semina oblonga, ovati-elliptica, 0,7-1mm. longa, brunnea14)

Origin

Diese Art is offensichtlich sehr selten. Wir haben sie nur in einer eng begrenzten Population oberhalb der Stadt Skyros und in zwei einzelnen Individuen auf dem Nordhang des Berges Kochilas (bei Hagios Artemios) gefunden. HALACSY (1912) erwahnt Campanula reiseri var. leonis von der Insel Skyros. Wir haben das betreffende Exemplar aus dem Herbar Halcsy untersuchen konnen. Wie zu erwarten war, handelt es sich um Campanula merxmuelleri, die zudem von genau der gleichen Stelle (Hagios Artemios) wie unsere Pflanzen gesammelt wurde. Campanula reiseri var. leonis hat zwar mit unserer Art die kahlen Grundblatter gemeinsam, unterscheidet sich jedoch sofort durch die lappig-gestielten bis leierformigen Blatter und die grosseren und breiteren, glockigen bis trichterigen Bluten. Campanula reiseri und ihre var. leonis kommen nur auf der Insel Jura und der benachbarten Kyra Panagia vor und sind hier die einzigen Vertreter der ganzen Gruppe, ebenso wie Campanula merxmuelleri auf der Insel Skyros. Es handelt sich bei den Arten dieser Gruppe um vkari-ierende Sippen, die sich besonders auf den kleinen Inseln gegenseitig ausschliessen.15)

Hab. in ins. Scyros: in rupibus calc. et in arenosis.16)

D.Phitos 4 - Abb.2 page 492 - Verbreitung der Campanula-Arten:-Photographer: Herman Berteler.
D.Phitos 4 - Abb.2 page 492 - Verbreitung der Campanula-Arten:-Photographer: Herman Berteler.

Living

In rupibus calcareis et in arenosis.

Plant breeding

Fur die zytologische Untersuchung wurden Pflanzen vom locus classicus, die im Botanischen Garten Munchen weiter kultiviert werden, herangezogen. Wurzelspitzen wurden nach Vorbehandlung mit wasseriger Oxychinolinlosung und Hydrolyse in 1n-Salzsaure mit Feulgen gefarbt.17)

1) , 3) , 5) , 6) , 7) , 8) , 9) , 11) , 12) , 13) , 14) , 15) , 16) , 17)
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2) , 4) , 10)
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campanula/merxmuelleri.txt · Laatst gewijzigd: 2013/06/07 14:03 (Externe bewerking)